Es wird Sommer!!!

Hallo ihr Lieben!!!

Wie gehts es euch?
Mir geht es immernoch wunderbar und ich konnte mich endlich mal wieder durchringen einen neuen Blogeintrag zu schreiben.
...Laenger kann ich auch nicht mehr warten, denn es ist schon wiederso viel passiert das sich manches schon gar nicht mehr wahr anfuehlt.

Also...ich fange mal mit dem vor-vor-vor-letzten Wochenende an:
Da haben wir uns naemlich dazu entschlossen mal ganz sportlich und mutig zu sein und sind mit dem Mountainbike den "camino de la muerte" runtergefahren.
Das ist angeblich die gefaehrlichste Strasse der Welt da sie an einem tiefen Abgrund entlang fuehrt.
Was die ganze Sache noch etwas interessanter macht ist das man mit dem Fahrrad die ganze Zeit am Abgrund entlangfahren muss weil auf der Strasse auch Pkw- und Lkw-, sowie Busverkehr und alles was man sich sonst noch vorstellen kann herrscht.

Auf dem Weg nach unten, wo man am Ende im Dschungel landet, hat man einen wunderschoenen Ausblick mit viel gruen und etlichen Wasserfaellen...
Auf diesen Ausblick sollte man sich aber nicht zu sehr konzentrieren wenn man heil unten ankommen will...
Nachdem wir die vierstuendige Radtour alle mehr oder weniger ueberlebt hatten erwartete uns unten ein Pool und gutes Essen.
Der Trip hat wirklich viel Spass gemacht und ich kann nur jedem, der sich irgendwann mal nach Bolivien verirren sollte, empfehlen sich diesen Spass nicht entgehen zu lassen...

Am folgenden Montag dann konnten meine Mitbewohner und ich nicht zur Arbeit gehen weil die Autobahn, an der wir leben,voll mit Menschen war...was bei uns erst mal leicht fuer Verwirrung sorgte.
Als wir dann den Fernseher anschalteten lief auf allen Kanaelen eine Liveuebertragen eines Marsches der indigenen Bevoelkerung an dessen Spitze der bolivianische Praesident lief...und dieser fuehrte offensichtlich direkt an unserem Haus vorbei.
Im Fernsehn war die Rede von dem groessten Marsch in der Geschichte Boliviens.
Wie auch immer, zwei Stunden lang war die Strasse voll mit Menschen die von El Alto bis zum Plaza Murillo maschierten, wo Evo Morales eine Rede hielt...
An Maersche und Demonstrationen hat man sich schon gewoehnt aber das war dann schon etwas Besonderes.
...Schliesslich laeuft der bolivianische Praesident nicht jeden Tag an unserer Haustuer vorbei...

Nachdem die restliche Arbeitswoche ruhig verlaufen war freute ich mich sehr als ich und die anderen Freiwilligen  meines Projekts zu einer echten bolivianischen Hochzeit eines Mitarbeiters eingeladen wurden...
Zum Glueck sind wir flexibel...denn wie die Bolivianer so sind bekamen wir die Einladung zu der am Samstag stattfindenden Hochzeit am Freitag ueberreicht
Wie freuten uns trotzdem sehr darueber und fanden uns daher am naechsten morgen um 09.00 Uhr 
(nicht ohne uns zu fragen seit wann die Bolivianer so frueh dran sind) in der Kirche ein.
Wie wir etwas verwirrt feststellen mussten war die Kirche fast leer und nur die engsten Verwandten waren anwesend.
Davon liessen wir uns aber natuerlich nicht erschrecken und nahmen trotzdem an der Zeremonie teil, was sehr interessant war.
Danach fuhren wir alle mit einem gemieteten Micro, einem grossen Bus, in einen Festsaal, wo die Feier stattfand.
Nachdem wir um ungefaehr 16.00 Uhr immernoch zu den recht wenigen Gaesten zaehlten fingen wir langsam an uns zu fragen ob der Braeutigam uns vielleicht ein bischen hinters Licht gefuehrt hat als er uns erzaehlte das an die 200 Gaeste geladen waren.
...Wie wir spaeter erfahren sollten ist die Kirche und eigentlich die ganze Hochzeit fuer die Bolivianer nur ein Vorwand um sich zu betrinken und richtig schoen zu feiern und deshalb ist es voellig normal das die meisten Gaeste nicht an der Kirche teilnehmen und am Abend nicht vor 20.00 Uhr eintrudelten.
Nachdem wir den ganzen Tag recht allein auf den Beginn der Feier gewartet haben wurden wir am Abend dann doch noch entlohnt, denn wenn die Bolivianer eins koennen dann ist es feiern...So gegen 22.00 Uhr konnten wir uns das mit den 200 Gaesten dann schon eher vorstellen und der ganze Raum war voll mit tanzenden und vorallem alkoholkonsumierenden Menschen.

Es ist so etwas wie eine Tradition das jede neue Familie die ankommt erst mal einen Kasten Bier in die Hand gedrueckt bekommt und sich damit an einen Tisch begibt.
So standen also an jedem Tisch mindetens 5 Kaesten Bier, die auch bereitwillig geleert wurden.
Waehrend wir tanzten kamen staendig irgendwelche Leute und gaben uns Bier und Singani.
Es waere ziemlich unhoeflich etwas abzulehnen aber wenn man nicht mehr trinken will kann man sich immer noch auf die "Pacha Mama" (Mutter Erde)berufen und die Haelfte seines Getraenkes ihr zu Ehren auf den Boden schuetten.
Ich glaube diesen Brauch haben die Bolivianer nur eingefuehrt weil sie selbst nicht so viel trinken koennen.
Die Hochzeit war auf jeden Fall ein Erlebnis und nicht mit deutschen Hochzeiten zu vergleichen.
Und eins habe ich gelernt...bei meiner naechsten bolivianischen Hochzeit stehe ich nicht mehr morgens um 6.30 Uhr auf

Vorletztes Wochenende war dann "Todos Santos" (Allerheiligen) und wir haben uns getroffen um gemeinsam den Friedhof zu besuchen.
Das war wirklich unglaublich...
Die Bolivianer glauben daran das ihre Verwandten an Todos Santos auf die Erde zurueckkommen.
Deswegen versammeln sich alle Fmilien an diesem Tag auf dem Friedhof um am Grab ihrer Liebsten deren Rueckkehr zu feiern.
Die Graber sind geschmueckt mit den leckersten Gerichten, jenachdem was die Lieblingsspeisen der Verstorbenen waren.
Die Familien verbringen den ganzen Tag an den Graebern, machen Musik, tanzen, feiern und, was sonst, trinken eine Menge Alkohol.
Wir waren recht frueh dort, so dass wir keine alzu betrunkenen Menschen gesehen haben aber wenn man sich zur spaeteren Stunde dort einfindet muss es schon ziemlich wild zugehen.

Das war mal ein Einblick in die Dinge die ich hier so erlebe.
Alles zu berichten waehre einfach zu viel

Ansonsten geht es mir sehr gut, im Projekt laeuft alles super und ich habe langsam das Gefuehl richtig hier angekommen zu sein.
Am Freitag werde ich mit einigen Freunden verreisen.
Wir werden uns "Salar de Uyuni" und danach Cochabamba ansehen.
Das ganze endet dann mit einem Camp meiner Organisation in der Naehe Cochabambas.
Ich freue mich schon sehr und hoffe euch danach schoene Sachen berichten zu koennen.

Ich hoffe es geht euch allen gut!
Liebe Gruesse aus dem sonnigen Bolivien in dem es langsam aber sicher Sommer wird...

Bis bald
salomeinbolivien

12.11.08 16:47

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