Viaje,Viaje!!!


Nun ist es schon wieder eine halbe Ewigkeit seit ich zum letzten Mal geschrieben habe und es ist viel passiert.
Ich bin wieder einiges rumgekommen, war zweimal in Sucre und hab mich ein bisschen im bolivianischen Dschungel umgesehen...aber am besten fange ich ganz von vorne an...
Nach einer harten Arbeitswoche bschlossen ich und zwei andere Freiwillige aus meinem Projekt in der zweiten Januarwoche auf eine kleine Reise zu gehen. Erst gings mit dem Bus nach Cochabamba, von wo aus wir in ein kleines Dorf namens "Villa Tunari" weiterfuhren.
Diese liegt im "Chapare", einer Dschungelregion zwischen Cochabamba und Santa Cruz.
Wegen Strassenblockaden wurden wir in einem Grossraumtaxi erst mal durch die wildeste Pampa mit schmalen Strassen an steilen Abhaengen kutschiert weil die normale Strasse vom Militaer besetzt war.
An einer Stelle setzte uns das Taxi dann im stroemenden Regen ab und erklaerte:´Hier gehts nicht mehr weiter, nur mit Moto`.
Dann gings also los mit dem Motorrad, schon voellig durchnaesst, auf der rutschigen Strasse.
Als waere das nicht schon genug wurden wir nicht einzeln chaufiert sondern zu zweit.
Ich und einer meiner Begleiter also...mitsamt unserem Gepaeck.
Auf Helme oder sonstige Sicherheitsvorkehrungen wird hier natuerlich auch keinen Wert gelegt.
Ich hatte ein bisschen Angst muss ich gestehen, obwohl es natuerlich Spass macht im stroemenden Regen auf einem Motorrad im stroemenden Regen durch den Dschungel zu rasen.
Vom Mototrrad wurden wir dann nach ungefaehr 15 Minuten wieder abgesetzt um von da aus mit dem Txi weiterzufahren...ein Stueck...dann mussten wir wieder ein wenig laufen weil die Strasse einfach voll mit wartenden Busen, Lastern und Autos war, die wegen den Blockaden tagelang dort festsassen...dann wieder ein Stueck mit einem taxi und so weiter.
Es kostete uns wahrscheinlich erheblich mehr Zeit als normalerweise um anzukommen aber nach einer schlaflosen Nacht und einem ereignisreichen Morgen hatten wir es dann doch geschafft und richteten uns in einem schoenen Hostal ein...mit Pool
Auf dem Weg habe ich uebrigens zum ersten Mal richtig Coca gekaut, mit Lejia, einer Masse die den Saft aus den Blaettern zieht, wodurch der ganze Mund betaeubt wird und auch der Hunger und die Muedigkeit gedaempft werden.

Es war echt heiss und schwuel...Dschungel eben.
An dem Tag gingen wir noch in einem nahegelegen Fluss schwimmen und genossen die Hitze.
Wir waren vier Tage im Chapare, waren viel schwimmen, faulenzten viel und erholten uns.
An einem Morgen gingen wir raften und ich wurde in den ersten 5 Minuten erst mal von einer grossen Welle ueber Bord gerissen und bekam leicht Panik im Wasser nachdem ich ungefaehr 10 liter geschluckt hatte...
Ich ueberlebte aber uns genoss den Rest der Fahrt, auch wenn es anstrengend war.
Wir besuchten auch einen Park mit ganz hohen Schaukeln, bis zu 18m, die an baeumen befestigt waren...alles andere als sicher...aber Bolivien eben.
Das hat echt Spass gemacht, aber nach 15m war mein Mut ausgeschoepft und ich verzichtete auf alles was hoeher war.
Einen Abends fing es ganz stark an zu regnen, es war aber natuerlich trotzdem noch total warm...also gingen wir bei stroemendem regen im Pool schwimmen, was zwischen all den pflanzen und dem Hostal aus Bambusrohren echtes Dschungelgefuehl erzeugte...

Am naechsten Tag gings weiter nach Sucre, eine sehr ruhige Stadt mit schoenen Parks und einer entspannenden Atmosphaere.
Alle Haeuser sind weiss gestrichen, andere farben sind verboten.
Wir sahen uns die Stadt an und tankten viel Sonne bevor es wieder zurueck nach La Paz und zur Arbeit ging.

Zwei Wochen spaeter fuhr ich wieder nach Sucre, wo unser "Halbzeitcamp" stattfand(Ja...ich bin schon 6 Monate hier).
Alle Freiwilligen meiner Organisation aus ganz Bolivien waren dort und wir genossen unsere Zeit zusammen, waehrend wir in Gruppen die letzten monate auswerteten und viele interessante Gespraeche hatten.
Nach drei tagen war auch das wieder vorbei und alle fuhren zurueck in ihre Staedte.

Letztes Wichenende war ich mit zwei freunden in Coroíco, ein Dorf das drei Stunden von La Paz enfernt ist und ebenfalls in einer Dschungelregion liegt.
Man hat von fast ueberall einen unglaublich schoenen Ausblick und gruene Berge,exotische Pflanzen und scheinbar aus dem Nichts zu kommende Wasserfaelle praegen das Landschaftsbild.
Wir lagen viel am Pool, wo ich mir einen anstaendigen Sonnenbrand holte, assen gut und schliefen viel.

Nach dieser Erholung bin ich jetzt wieder im Projekt.
Die Arbeit macht mir immernoch viel Spass und ich kenne meine Jungs mittlerweile so gut und hab mich so sehr in jeden Einzelnen verliebt das ich mir gar nicht vorstellen kann sie irgendwann zu verlassen.
Nach den grossen Sommerferien hat die Schule jetzt wieder angefangen und wir sind viel mit hausaufgaben und Lernen beschaeftigt.
Auch im Buero gibt es viel Arbeit und wir Freiwilligen haben eigentlich rund um die Uhr etwas zu tun.
Ansonnsten ist das Leben hier einfach nur lebenswert und ich geniesse die Stadt in vollen Zuegen.
Es gibt zu jeder Zeit einen ort wo man hingehen kann, wo etwas los ist und wo man Spass haben kann...jede Menge Konzerte von beruehmten suedamerikanischen Bands die immerwieder nach la Paz kommen, oeffentliche Maerkte und natuerlich jede Mange Tradition, auf die einfach viel Wert gelegt wird.
Auch das Reisen in ganz Bolivien ist so einfach und billig und immer moeglich...dieses Wochenende fahren wir nach Oruro, wo der beruehmte bolivianische Karneval stattfindet.

Nach einem halben jahr hier kann ich nur sagen das ich "La Paz" ueber alles liebe und es ein wirklich komisches Gefuehl ist zu wissen das die haelfte meiner Zeit hier schon vorbei ist...

Aber noch bin ich 6 Monate hier, die ich mit Sicherheit in vollen Zuegen geniessen werde

Bis Bald und liebe Gruesse!!!

salomeinbolivien

 

18.2.09 00:31

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